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Montag, 8. Juli 2019

6 Stempelstellen der Harzer Wandernadel zwischen Niedersachsen und Thüringen

Gestern waren wir wieder mal auf Stempeljagd :)

Folgende 6 Stempelstellen der Harzer Wandernadel lagen auf unserer Tour:

  • HWN 090 - Roter Schuss (G)
  • HWN 164 - Stiefmutter (G)
  • HWN 165 - Wendeleiche (G)
  • HWN 166 - Sachsensteinhütte (G)
  • HWN 167 - Hexentanzplatz Ellricher Blick (G) 
  • HWN 192 - Historischer Gipsbrennofen
Alle mit (G) gekennzeichnten Stempelstellen sind auch gleichzeitig für das Sonderheft Harzer Grenzweg.

Unsere Wanderung fing schon wieder abenteuerlich an... wir wollten eigentlich von kurz vor Ellrich aus starten. Ziemlich nah an dem Schild der ehemaligen Grenze sollte es links reingehen. Das war aber tatsächlich ein zugewachsener Kolonnenweg und da konnten wir natürlich nicht reinfahren, seht selbst:
Ehemaliger Kolonnenweg... das Navi wollte uns mit dem Auto hier lang schicken

Erst beschlossen wir dann, eben ab da zu unserem Startpunkt zu laufen. Das wären allerdings 5 km extra gewesen. Und der Weg wurde dichter und unwegsamer, also sind wir umgedreht und haben uns einen neuen Startplatz gesucht.

Wir fuhren nach Zorge rein und haben da rechts auf der Staufenbergstraße vor dem Kindergarten geparkt. Von dort aus war unsere nächste Stempelstelle (Stiefmutter, Stempelstelle 164 der Harzer Wandernadel), sogar gut ausgeschildert. Es ging gleich in den Wald direkt hoch bis zu Stiefmutter. Stiefmutter ist eine Wegkreuzung, die Schutzhütte mit dem Stempelkasten ist ein paar Schritte weiter den Weg lang. Sie liegt oberhalb der Hundertmorgenwiese, einer Harzer Bergwiese für deren Erhaltung nach wie vor viel getan wird. 

Hundertmorgenwiese bei der Schutzhütte Stiefmutter, HWN 164

Dann ging es zurück bis zur Kreuzung Stiefmutter und von dort aus einen Pfad hoch über den Grenzweg. Na das war vielleicht ein unheimlicher Weg... zappenduster, alte vermoderte Zäune, zig Grenzsteine und alles aufgewühlt von Wildschweinen! Bloß durch da, die ganze Zeit in Lauerstellung dass man bloß nicht auf Wildschweine trifft. Ist aber (hier zumindest noch...!!!) alles gut gegangen.

Der düstere Grenzweg

Dieser Weg ging direkt bis hoch zur Wendel-Eiche. Die Wendel-Eiche heißt so, weil dort früher eine Wendeltreppe am Baum hoch ging. Ein paar Reste sieht man sogar noch davon. Zu DDR Zeiten wurde das dann abgebaut. Dort oben steht auch eine schöne Schutzhütte mit dem Stempelkasten und weitere Bänke und Tische. 

Wendel-Eiche, Stempelstelle 165 der Harzer Wandernadel

Nun gingen wir einen Pfad runter Richtung Roter Schuss mit der Stempelstelle 90 der Harzer Wandernadel. Übrigens weiterhin gut ausgeschildert! 

Wir liefen so da lang und dachten an nichts Böses. Wildschweinspuren sah man hier nicht. Umso mehr erschreckten wir uns, als direkt neben uns im Gebüsch ein Keiler unheimlich laut los grunzte. MEINE GÜTE!!! Ich habe mich so erschreckt, dass ich lauthals los geschrieen habe. Walter klingelten noch ne halbe Stunde später die Ohren ;)
Das war aber auch ein Schrecken, der Keiler stand höchsten 5 m von uns entfernt und wir haben ihn dieses mal weder vorher gerochen (die riechen ja echt streng, aber der Wind muss für uns ungünstig gestanden haben) noch gesehen. Zum Glück hat er sich auch erschreckt als ich so geschrieen habe und rannte davon. Boah nee, das ist echt nicht zu fassen. Das war jetzt das vierte mal, dass wir auf Wildschweine gestoßen sind. 3x davon wurden wir angeschnaubt oder angegrunzt! Diese 3 male standen sie auch GANZ nah bei uns. Und das war jetzt das erste mal, dass einer sofort losgerannt ist. Sonst standen sie immer noch da und beobachteten uns genauso wie wir sie. Die sind sooo riesig wenn sie so nah sind :( 
Natürlich gerade weder Kamera, noch Fotoapparat zur Hand...

Erst wussten wir nicht ob weiter gehen oder zurück, aber da wir nicht gehört hatten in welche Richtung er gelaufen war, war es eigentlich auch egal. Er konnte ja inzwischen überall sein. Also sind wir auf unserer gewählten Route geblieben und weiter zu der Stempelstelle 90, Roter Schuss, gelaufen. 

Roter Schuss, Stempelstelle 90 der Harzer Wandernadel

Die Stempelstelle ist total schön, eine sehr schöne Hütte mit vielen Sitzgelegenheiten. Der Clou ist hier die tickende (und richtig gehende!) Uhr und das Barometer :o
Und man hat eine schöne Aussicht auf Unterzorge, vor der Hütte sind auch noch mal mehrere Sitzbänke. 

Von dort aus ging es dann über einen schönen Zickzackpfad weiter bergab und ein kurzes Stück über den Weg Ellricher Stadtwald. Blöderweise wollten wir hier die Strecke abkürzen, wir hatten gesehen dass der Kolonnenweg hier auch lang führte. Also gesagt getan, aber schon nach kurzer Zeit sah man kaum noch was vom Kolonnenweg, wir liefen wieder durch dichtesten Wald der ein Paradies für Wildschweine war... 
So gerne wir auch schmale Pfade laufen, aber wenn diese irgendwann dann nicht mehr zu sehen sind und immer tiefer in den Wald führen und vor allem wenn alles ziemlich frisch von Wildschweinen aufgewühlt ist, dann ist auch irgendwann Schluss mit lustig. 
Das ging aber zum Glück nicht so sehr lang und dann waren wir wieder auf dem Grenzweg, den wir anfangs schon gelaufen waren. Dieses Stück war aber nicht so beklemmend, sondern lichter und richtig schön :)

Wir kamen dann wieder bei der Wegkreuzung Stiefmutter raus und sind von dort wieder runter zum Parkplatz.

Nun haben wir das Auto nach Ellrich umgesetzt und haben dort am Ende einer Sackgasse (die Straße heißt "zum Harzblick") geparkt. Von dort aus ging es an dem Pontelteich vorbei über einen schönen Waldpfad hoch zum Hexentanzplatz Ellricher Blick mit der Stempelstelle 167 der Harzer Wandernadel. Dort habe ich allerdings vergessen ein Foto zu machen, wir haben aber eine Videoaufnahme die dann im Video auf unserem Kanal zu sehen sein wird.

Der Pontelteich auf dem Weg zur Stempelstelle Hexentanzplatz Ellricher Blick

Nun wieder zurück zum Parkplatz und wir sind nach Neuhof gefahren. Das ist alles nicht weit auseinander wenn man mit dem Auto fährt, aber zu Fuß wäre es uns zu heftig gewesen. Da wir aber auch für diese Wanderung wieder eine lange Anfahrt hatten, haben wir diese dann noch so abgewandert. 

Geparkt haben wir in Neuhof gegenüber der Bushaltestelle, da ist eine kleine Einfahrt. Dort steht auch direkt ein Wegweiser zur Stempelstelle 166, der Sachsensteinhütte. Die steht oben auf einem wunderbaren Gipsmassiv. Der Weg führt hier wie auch schon vorher beim Hexentanzplatz über den Karstwanderweg. Das muss ein ganz toller Weg sein, den wir sicher auch irgendwann mal laufen werden. Richtig schöne Pfade durch tolle Landschaften.

Oberhalb von diesem Gipsmassiv ist die Sachsensteinhütte, Stempelstelle 166 der Harzer Wandernadel
Von Neuhof waren wir überhaupt begeistert. Ein wunderschöner und sehr gepflegter kleiner Ort mit guten Wandermöglichkeiten! Nach der Sachsensteinhütte ging es direkt weiter zum Historischen Gipsbrennofen mit der Stempelstelle 192 der Harzer Wandernadel. Das sind nur ein paar Schritte durch den Ort, vorbei am Dorfgemeinschaftshaus und dem unteren Kranichteich. 
Man kann aber auch direkt am Dorfgemeinschaftshaus parken.

Der Gipsbrennofen selbst war jetzt allerdings weniger spektakulär. Auch hier ist eine kleine Schutzhütte mit dem Stempelkasten, außerdem noch ein herrliches großes Insektenhotel.

Historischer Gipsbrennofen, Stempelstelle 192 der Harzer Wandernadel

Die erste Wanderung (Stiefmutter, Wendel-Eiche und Roter Schuss) war etwas mehr als 9 km, den Rest sind wir ja einzeln abgelaufen (Sachsensteinhütte, Hexentanzplatz Ellricher Blick und der Historische Gipsbrennofen)  und das war alles nicht weit vom jeweiligen Startpunkt aus entfernt, zusammen noch mal ca. 5 km.

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Die Eckpunkte dieser Wanderung:
Tourstrecke insgesamt ca. 14 km
Wegebeschaffenheit: alles dabei. Kurze Stücke Asphalt, ein wenig Schotter- und Forstwege, aber überwiegend schöne Waldpfade.
Höhenmeter: Insgesamt 460 Höhenmeter bergauf und genauso viel wieder bergab. 

Gelaufen am 7. Juli 2019

Ein Video zu dieser Wanderung wird es wie immer später auf unserem YouTube Kanal Natur im Harz geben :)